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Die Erdgasbranche hatte sich seit ungefähr 2003 aus der aktiven Kommunikation zurückgezogen. Negative Meilensteine gab es viele, wie die Ruhrgasübernahme durch E.ON, die Preisdiskussionen ab 2004 um Endkundenpreise und langfristige Bezugsverträge, Unbundling und Regulierung, aber auch die Unfähigkeit der Gasbranche, sich nach dem Wegfall der Ruhrgas neu zu sortieren und eine gemeinsame Stimme zu finden. Eine Wende deutete sich ab 2013 an.

Was bislang immer nur die vielgeschmähten „Fremdvertriebe“ getan haben, wird mehr und mehr auch bei lokalen Energieversorgern Usus: der Haustürbesuch. Eigene Vertriebsmitarbeiter versuchen, insbesondere im Rahmen von Kundenrückgewinnungsaktionen, Energiebelieferungsverträge zu verkaufen. Eine sorgfältig vorbereitete Kommunikation ist hier vonnöten, sauber abgestimmt mit dem Vertriebsteam. Denn regelmäßig waren es ja in den letzten Jahren die Stadtwerke, die immer wieder vor Haustürgeschäften, vor Drückern und vor unzulässigen Telefonanrufen gewarnt hatten. Meist verbunden mit dem Hinweis: So etwas würden wir nie machen!

Da sich mit plumper Werbung kaum mehr echtes Interesse wecken lässt, sollte man nicht der Versuchung erliegen, den Newsletter nach den Grundsätzen der Werbung zu gestalten. Grundsätzlich sollte der Newsletter einen quasi-journalistischen Anspruch erfüllen. Trotzdem ist der Newsletter in seiner Gestaltung frei, weil kein fremder Redakteur mehr eingreift. Im Gegensatz zum Newsletter richtet sich die Pressemitteilung nicht direkt an die Zielgruppe, sondern nimmt den Umweg über das angesprochene Medium und damit über den fremden Redakteur.

Autovermieter Sixt kopiert neuerdings Legenden der Werbegeschichte - und fordert deren Urheber gleich mal zum Social-Media- Duell heraus. Zunächst musste Schwarzkopf dran glauben: Die Marke hatte im Jahr 1994 für „3 Wetter Taft“ die inzwischen legendäre „Die Frisur hält“-Kampagne gelauncht. Sixt kopiert das Motiv und wirbt nun für das eigene Miet-Cabrio. Auch Ritter Sport und After Eight haben ihren festen Platz in der Hall of Fame der Werbung, was Sixt als Plattform nutzt, um für seine Range-Rover („Quadratisch, praktisch, gut“) - beziehungsweise Jaguar-Modelle („Die feine englische Art“) zu werben. Eine Replik der kopierten oder zitierten Marken im Social Media– Bereich ist gewollt und soll die Kommunikationswirkung noch verstärken.