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Man kann nicht nicht kommunizieren – wusste schon der österreichische Kommunikationspapst Paul Watzlawick. Die Regel gilt für jeden und für alles. Und damit natürlich auch für Baustellen. Immer noch gibt es Unternehmen, die Baustellen am liebsten totschweigen würden, obwohl Ampeln und Staus täglich eine deutliche Sprache für die Bürger sprechen.

Zahlreiche Stadtwerke haben die BEV-Insolvenz genutzt. Und zwar, um sich ins rechte Licht zu rücken. Denn Medienberichten zufolge waren 250 000 BEV-Kunden bundesweit von der Pleite des Billiganbieters betroffen. Alle Kunden wurden über die Grundversorgung aufgefangen, meist vom heimischen Stadtwerk.


Zwar ist Medienarbeit nicht identisch mit Kommunikationsarbeit. Sie ist aber oft ein Schwerpunkt der Unternehmenskommunikation. Bei kommunalen Energieversorgern fokussiert sich die Medienarbeit auf die Lokalpresse. Stadtwerke, die ihre Themen in der Lokalzeitung platzieren möchten, sollten daher folgende fünf Spielregeln kennen und beachten:

Die Jahresverbrauchsabrechnungen sind verschickt, schon strömen die Kunden in die Service-Center. Damit beginnt genau jetzt die Zeit, in der sich Kundenberater als Berater darstellen können – oder eben als Kundenabweiser. Jetzt ist die Zeit, wo Stadtwerke ihre Asse ausspielen können, nämlich unmittelbare Präsenz am Standort und persönliche Beratung. Denn im Preiswettbewerb können Stadtwerke ja fast nur verlieren. Wichtig ist also, dass Kundennähe und Beratungskompetenz auch gelebt werden. Gelingt dies nicht, ist es wie immer bei der Unternehmenskommunikation: ein Leistungsversprechen abzugeben ist eine Sache. Das Versprechen auch einzulösen ist die andere. Für das eine ist die PR-Abteilung zuständig, für das andere sind die Service-Mitarbeiter, die Teamchefs und der Geschäftsführer zuständig.

Es wird Zeit für eine Runde Buzzword-Bingo. Bitte immer „Bingo“ rufen, wenn ein Politiker, Berater oder Verwaltungsfachmann Wörter benutzt wie „zeitnah“, „verkehrlich“, „marktlich“. Er könnte natürlich auch sagen „bald“, „verkehrsbedingt“ oder „marktbezogen“. Es werden bizarre Begriffe genutzt wie „Örtlichkeiten“, „Räumlichkeiten“, „Begrifflichkeiten“. Was bitte ist der Unterschied zu Orten, Räumen und Begriffen? Sehr schön ist auch der Begriff „Bedarfe“. Entweder jeder hat einen Bedarf oder mehrere haben je einen Bedarf. Aber braucht man den Plural „Bedarfe“, um einen bestimmten Zustand abzubilden?